Von
guten Mächten wunderbar geborgen
erwarten wir getrost, was kommen mag.
Gott ist bei uns am Abend und am Morgen,
und ganz gewiss an jedem neuen Tag.
(Dietrich Bonhoeffer,
7te Strophe eines Liedes, von ihm geschrieben kurz
vor seiner Hinrichtung am 09.04.1945 nach
einem vor Kriegsende rasch noch durchgeführten
Standgerichtsverfahren im KZ Flossenburg;
zitiert aus: Lesebuch/Dietrich Bonhoeffer; Herausgeber:
Otto Dudzus. 5te Auflage Gütersloh 2000, Seite
178)
Jesus
sagt: Ein reicher Mann besaß eine blühende
Landwirtschaft. Da sagte er sich: >Ich werde
mit dem, was ich habe, gut wirtschaften, ich werde
säen und ernten, ich werde pflanzen und meine
Scheunen mit Früchten füllen, damit ich
keinen Mangel habe.< So dachte er bei sich. Und
in derselben Nacht starb er. Denkt gut darüber
nach!
(Thomas-Evangelium,
Logion 63, zitiert aus: Das neue Testament und frühchristliche
Schriften. Übersetzt und kommentiert von Klaus
Berger und Christiane Nord. Insel Verlag, 1. Auflage
Frankfurt 1999, Seite 659; vgl. auch Lk 12, 16 -
21).
(
)
Ich denke vielmehr, dass eine Politik, die mit praktischer
Vernunft ethische Ziele oder Zwecke verfolgt, die
dies mit Mitteln tut, deren Wirkungen der Situation
angemessen sind, deren Nebenwirkungen sorgfältig
kalkuliert, die als risikoarm befunden worden sind,
dass eine solche Politik das Gegenteil ist von prinzipienlosem
Opportunismus und das Gegenteil von verantwortungslosem
Treibenlassen. Oder anders gesagt: Illusionistische
Politik, welche auf vernünftige Berechnung
verzichtet, kann gerade deshalb und trotz begründender
Theorie sehr wohl unmoralisch sein,
auch wenn ihre Zwecke durchaus als moralische Zwecke
vorgestellt werden. (
) Mir will scheinen,
dass pragmatisch zu denken und pragmatisch zu handeln
deshalb eine sittliche Pflicht jedes Politikers
ist, der über moralische Prinzipien nicht nur
reden will, sondern der diese vielmehr auch tatsächlich
handelnd verwirklichen will.
(Helmut Schmidt.
Auszug aus Maximen politischen Handelns;
Rede auf dem Kant-Kongress der Friedrich-Ebert-Stiftung
am 12ten März 1981. Zitiert aus: DIE ZEIT,
Sonderbeilage zur Wochenausgabe Nr. 51 im Dezember
2008: Helmut Schmidt, Würdigungen, Essays und
Glückwünsche zum 90. Geburtstag; Erster
Teil: Der Staatsmann, Seite 34)